Samstag, 1. Juli 2017

Oberfränkische Meisterschaften Männer, Frauen, Jugend U20 + U18 in Bamberg

Stefan Schnabel

Frauen:
Bei den Frauen sprangen die Athletinnen aus dem Kreis 3 Oberfranken Ost allesamt in Medaillenränge und reihten Gold, Silber und Bronze aneinander. Tina Weiser, 30, (LGF/TV Rehau) setzte sich im Horizontanflug gegen meist wesentlich jüngere Konkurrenz überlegen durch und holte mit 5,23 Meter (Jahresbestleistung!) den Oberfrankentitel;

alle gültigen Versuche der 30-jährigen KISS-Leiterin landeten jenseits der 5-m-Marke. Laura Schörner (TSV) gebührte für 4,40 Meter Platz 7. Ann-Sophie Stamm (ATSV Oberkotzau) hatte im Hochsprung in die Frauenklasse „hochgemeldet“. Die erst 15-jährige, noch der Jugend U16 zugehörige Nachwuchsathletin blieb von 1,45 bis 1,57 Meter fehlerlos und scheiterte erst an 1,60 Meter. Die Silbermedaille war verdienter Lohn. Den dritten Platz und damit Bronze sicherte sich Katharina Stader (TSV Hof) mit 1,51 Meter.

Männer:
Im Weitsprung der Männer blieb der diesjährige bayerische M30-Seniorenmeister Florian Spieler (TSV Hof) nur einen Zentimeter unter Jahresbestleistung. Gegen teilweise bis zu 13 Jahre jüngere Konkurrenz hielt sich der Hofer Schiller-Studienrat beachtlich und festigte im letzten Versuch mit 6,09 Meter den dritten Platz. Seine zweite Bronzemedaille holte Spieler im 200-Meter-Finale in 25,66 Sekunden. Und auch für den 100-Meter-Endlauf hatte sich Spieler nach 12,47 Sekunden im Vorlauf qualifiziert; in der Entscheidung ging’s noch ein Hundertstel schneller: 12,46 Sekunden – Platz fünf.
Eine außergewöhnliche Leistung bot in den Sprints der Männerlasse Moritz Hecht (LG Formheim). Der 20-jährige ‚Frontmann’ rauschte bei zulässigem Wind sowohl über 100 als auch über 200 Meter mit Klassezeiten von 10,96 bzw. 22,25 Sekunden weit vor der überforderten Konkurrenz als Sieger durchs Ziel und lief auch auf der Stadionrunde in 50,42 Sekunden seinen Gegnern auf und davon. Ein ähnlicher „Sprint-Hattrick“ und Husarenritt war vor 45 Jahren!!! dem Hofer Gerhard Kemnitzer (SpVgg Hof 1893 e.V.) in Bayreuth gelungen. Am 18. Juni 1972 schrieb der damals 25-jährige Athlet auf Asche des Städt. Stadions mit Zeiten von 10,9 (100 m), 22,2 (200 m) und 50,0 Sekunden (400 m) oberfränkische Leichtathletikgeschichte, als er mit dem ‚Dreier’ alles in Grund und Boden lief. Seinerzeit eine Premiere im Leichtathletik-Bezirk IV. Eine Ausnahmeerscheinung und – leistung gleichermaßen, damals – wie heute!

Weibliche Jugend U20:
Auch im Dreisprung hatte die 15-jährige Ann-Sophie Stamm höher gemeldet und ging in der U20 an den Start. Bereits im ersten Anlauf gelang mit 10,15 Meter die beste Weite und der Gewinn der oberfränkischen Meisterschaft bei der weiblichen Jugend U20. Zwei weitere Versuche wurden mit 10 und mehr Metern vermessen. Stamm, Ranglistenerste der U16/W15 im Bezirk mit 10,47 Meter, ist sowohl für die bayerischen als auch für die süddeutschen Meisterschaften der U16/W15 in Regensburg bzw. Ingolstadt qualifiziert.

Jugend U18 (männlich, weiblich):
Das gesamte Edelmetall (1 Gold, 3, Silber, 2 Bronze) in den Wettbewerben der Jugend U18 nahm für den Kreis 3 Oberfranken Ost der Nachwuchs der LG Hof mit nach Hause, wobei das Hofer ‚Doppel’ Stefan Schnabel (TSV) und Jan Bogensperger (ATSV Oberkotzau) einen „geschlossenen“ Medaillensatz abräumte. Schnabel erwischte im vierten Anlauf des Weitsprungs den Balken am besten, flog bis auf vier Zentimeter an seine Bestmarke, hatte erst nach 5,90 Meter wieder Sand unter den Füßen und den Titel in der Tasche, Teamgefährte Jan Bogensperger wurde mit 5,36 Meter Zweiter. Im Hochsprung überquerte Schnabel als Vizemeister 1,63 Meter, hinter ihm steht Bogensperger mit 1,60 Meter an dritter Stelle. Besondere Freude bereitete dem 16 -jährigen Oberkotzauer der erste Platz im ersten Vorlauf über 100 Meter mit neuer Bestzeit in 12,13 Sekunden, im Finale reichten dann 12,24 Sekunden bei leichtem Gegenwind zu Rang 4.

Bei den Mädchen U18 überzeugte Friederike Persitzky (TSV Hof) als elegante Sprinterin. Aus dem ersten von vier Vorläufen über 100 Meter ging die 17–jährige Pfarrerstochter in 13,61 Sekunden als Siegerin mit der zweitschnellsten Zeit hervor. In der Entscheidung der besten Sieben musste Friederike in 13,63 Sekunden Alexandra Pöhlmann (LG Forchheim – 13,59 s) knapp den Vortritt lassen –aber Silber ist auch was. Im Weitsprung kam für 4,82 Meter die zweite Medaille hinzu, allerdings „nur“ in Bronze. Friederikes Jahresbestmarke von 4,92 Meter hätte Rang zwei sein können.

(
)
Oberfränkische Meisterschaften Männer, Frauen, Jugend U20 + U18 in BambergOberfränkische Meisterschaften Männer, Frauen, Jugend U20 + U18 in Bamberg