Samstag, 15. Juli 2017

Bayerische Meisterschaften U23 und Jugend U16 in Regensburg mit Ann-Sophie Stamm, Tabea Neudert und Jan Zakrzewski

Tobias Müller (LAV Naila) ist der bayerischer Vizemeister über 100 Meter der männlichen Jugend U16 M14, die LG Fichtelgebirge stellt mit Laura Zieh (SG Regnitzlosau) und Annika Freitag (TS Selb) zwei Bronzemedaillengewinnerinnen in der U16 W15, Ann-Sophie Stamm (LG Hof/ATSV Oberkotzau), hat sich beim Doppelstart im Hoch- und Dreisprung etwas verzockt, ihre Teamgefährtin Tabea Neudert war nach ihrem „Flop“ im Stabhochsprung der U16/W14 untröstlich und der UAC Kulmbach, der seit der Reform 2013 im BLV-Kreis 3 Oberfranken Ost organisiert ist, räumte mit seinen Hammerwerfern Merlin Hummel (M15 / 66,95 m), Linus Liebenwald (M14 / 44,80 m) und Michelle Konopacki (W14 / 38,56 m) drei Goldmedaillen von der Platte.

Das ist in knapper Zusammenfassung die Bilanz der Bayerischen Leichtathletikmeisterschaften der U23 und Jugend U16 in Regensburg. Im Stadion am Weinweg der oberpfälzischen Regierungshauptstadt sieht die Statistik für den Kreis 3 in Medaillenrängen wie folgt aus: Gold 3, Silber 1, Bronze 3, dazu reihten sich ordentliche Platzierungen ein.

Männliche Jugend U16
Tobias Müller (LAV Naila) zählte mit seiner bis dato gelaufenen Jahresbestmarke von 11,97 Sekunden zu den Favoriten im Kurzsprint über 100 Meter der männlichen Jugend U16/M14. Dieser Rolle wurde der kompakte Nailaer Kurzstreckler in der Oberpfalz auch gerecht. Bereits bei seinem Sieg im ersten Vorlauf egalisierte Tobias seine Bestzeit. Noch schneller ging’s im ersten Zwischenlauf als er in 11,92 Sekunden mit dem zeitgleichen Jan-Niclas Witzke (ETSV 09 Landshut) als Zweiter und neuer persönlicher Bestzeit ins Ziel stürmte. Im Finale schoss Müller förmlich aus der Startmaschine, rauschte bis zur 80-m-Marke locker durch die Mitte, ehe er auf den finalen letzten Metern etwas verkrampfte, den zweiten Platz in 11,98 Sekunden aber knapp vor Witzke und Advat Nair (LG TELIS FINANZ Regensburg – beide 12,01) ins Ziel retten konnte. Jan Zakrzewski (LG Hof/TSV) lief im zweiten Vorlauf als Vierter in 12,58 Sekunden persönlichen Rekord, schied aber im zweiten Zwischenlauf nach 12,69 Sekunden aus. Timo Mühle (TS Selb) freute sich über seinen 6. Platz im Hochsprung mit 1,55 Meter, auch wenn die angepeilte neue Bestmarke (bislang 1,58 m) von 1,60 Meter vorerst noch ‚Zukunftsmusik’ ist. Constantin Gärtner (SGR) stand im B-Finale über 80 Meter Hürden und ist in 13,15 Sekunden ebenfalls Sechster. In der M15 kam Felix Hartbauer (TV Weißenstadt) trotz neuer Bestleistung mit dem 1kg-Diskus nicht in den Endkampf der besten acht, bei 34,04, Meter fehlten noch 100 Zentimeter für das Finale. Moritz Kropf (LGF/TV Rehau) ging indisponiert (verschobene Wirbel) in den Wettbewerb ‚Stabhochsprung’. Nach guten Versuchen über 2,60 und 2,80 Meter lag die Latte zuletzt auf 2,95 Meter. Nach zwei ungültigen Durchgängen flog der 15-jährige Rehauer im dritten Anlauf haushoch über die Stange, drückte jedoch nach dem Überqueren die Brust heraus und touchierte leicht die Latte. Die blieb zunächst liegen, überlegte sich’s lange – und fiel dann doch zu Boden. Ein zu Tode betrübter Rehauer Stabi musste mit 2,80 Meter und Platz 9 zufrieden sein. Dennoch keine schlechte Leistung, meinte Coach Jürgen Grießhammer. Moritz steht erst ein Jahr im Training und Regensburg ist erst sein zweiter Wettkampf gewesen.

Weibliche Jugend U16
Annika Freitag (LGF/TS Selb) war angetreten in Regensburg mit dem Speer die Quali
(= 40,00 Meter) für die Deutschen Jugendmeisterschaften AK15 in Bremen zu werfen. Daraus wurde nichts. „Nur“ bei 36,37 Meter landete das 500-g-Geschoß im letzten Versuch, was für eine sichere Bronzemedaille in der W15 reichte. Verheißungsvoll begann der Tag für Laura Zeeh (SGR) im Diskuswerfen. Nach Problemen mit der Drehung flog die 1 kg-Scheibe im dritten Durchgang mit 25,54 Meter bereits in die Bronzeregion, im sechsten und letzten Versuch legte Laura noch zu und schleuderte das Gerät auf 26,32 Meter. Die Bronzemedaille war damit endgültig im Sack, Athletin und Trainerin Sabine Renner strahlten um die Wette. Am Nachmittag wartete Zeeh im Kugelstoßen mit Jahresbestleistung auf, 10,13 Meter mir dem 3-kg-Eisenball stehen für Rang 8. Ann-Sophie Stamm (LG Hof/ATSV Oberkotzau) ging in Regensburg mit dem Doppelstart im Hochsprung und Dreisprung ein unkalkulierbares Risiko ein. Beide Wettbewerbe begannen im zeitlichen Abstand von nur 10 Minuten. Das ständige Pendeln zwischen Hoch- und Dreisprung kostete Nerven und am Ende vielleicht sogar eine Medaille im Hochsprung. Zur Chronologie: Nach gutem Einspringen im Hochsprung absolvierte die langbeinige Oberkotzauerin die Versuche 1 (9,91 m) und 2 (10,06 m) im Dreisprung! Anschließend Hochsprung mit der Einstiegshöhe von 1,50 Meter im zweiten Versuch gemeistert. Sodann 1,53 ausgelassen und 1,56 Meter im ‚Ersten’ drüber. Danach entschied sich Stamm, den Hochsprung zu beenden, obgleich sie zu diesem Zeitpunkt ihre Platzierung gar nicht kannte. Im Dreisprung versprach sich Ann-Sophie bessere Chancen. Diese Hoffnungen erfüllten sich allerdings nicht, weil nach dem Dreisatz von 10,06 Meter, keiner der vier folgenden Versuche über die 10-m-Marke gelang. In der Nachbetrachtung schien eine Medaille im Hochsprung greifbarer. Am Ende des Tages musste Stamm ohne Medaille die Heimreise antreten. Platz 4 im Hochsprung mit 1,56 Meter, Bronze ging mit 1,59 Meter weg, und nur Rang 5 im Dreisprung für 10,06 Meter. Lea Hiltner (LGF/TS Selb) fabrizierte mit dem Diskus nur ungültige Versuche und musste nach dem Vorkampf einpacken. 33,40 Meter mit dem Speer sind auch nicht das was Lea wirklich kann, immerhin Platz 8. Im Visier hatte die Selberin die Kadernorm, und da sind 38,00 Meter gefordert. Tabea Neudert (LG Hof/ATSV Oberkotzau) begann den Wettkampf im Stabhochsprung der W14 hochkonzentriert und meisterte die Höhen 2,00 und 2,20 Meter souverän. Bei 2,35 Meter brachte Tabea keinen guten Aufroller hin, ließ sich immer wieder in die Latte schieben und scheiterte dreimal. Der untröstlichen Oberkotzauerin stand nach dem 7. Platz mit übersprungenen 2,20 Meter die Enttäuschung im Gesicht geschrieben. Sie kann 2,50 Meter springen, meinte ihr stets optimistischer Fach-Trainer Jürgen Grießhammer.

(
)